Wie wird die Erbengemeinschaft aufgelöst und auseinandergesetzt?

Wohl Ihnen, wenn Sie Alleinerbe sind. Ihnen kann niemand in die Verwaltung des Nachlasses hineinreden. In einer Erbengemeinschaft hingegen sind Sie nur Miterbe. Es ist nicht nur ein Klischee, wenn es in vielen Erbengemeinschaften zu Streitigkeiten über den Nachlass kommt. Geht´s ums liebe Geld, ist plötzlich jeder Gegner des anderen.

Vielen Erben ist nicht bewusst, dass sie eigentlich an einem Strang ziehen müssten, um ein für alle persönlich und wirtschaftlich sinnvolles Ziel zu erreichen. Mancher Erblasser würde sich im Grabe umdrehen, würde er sehen, wie sich seine Erben um den Nachlass streiten. Deshalb ist es zweckmäßig, den Nachlass testamentarisch so zu gestalten, dass sich die Erben möglichst nicht gegenseitig bekriegen! Erben, die sich selbst überlassen bleiben, agieren oft nur eigennützig. Leider nutzt Ihnen dieser gut gemeinte Rat nichts, wenn der Erblasser kein Testament hinterlassen hat und Sie Miterbe in der Erbengemeinschaft geworden sind.

Praxistipp

Hatte der Erblasser der gesetzlichen Erbfolge vertraut oder war ihm die Erbfolge schlicht gleichgültig, müssen Sie sich als Miterbe wohl oder übel in der Erbengemeinschaft mit der Frage befassen, wie die Erbengemeinschaft aufgelöst und auseinandergesetzt wird. Sie müssen damit rechnen, dass die anderen Miterben frühzeitig Aktivitäten entfalten und versuchen, sich Vorteile zu verschaffen. Für Sie als Miterbe bedeutet dies, dass Sie gleichfalls aktiv werden müssen. Sie sollten sich einen Überblick über die Vermögenswerte und die Verbindlichkeiten des Nachlasses verschaffen, Ihr Interesse an einzelnen Nachlasswerten einschätzen und überlegen, wie Sie im Einzelnen dabei vorgehen. Damit Sie Ihre Stellung in der Erbengemeinschaft einschätzen können, müssen Sie wissen, welche Rechte und Pflichten in einer solchen Erbengemeinschaft bestehen. Streitigkeiten entstehen oft nur deshalb, weil Erben vermeintliche Rechte wahrnehmen und andere Erben nicht wissen, wie sie sich sachgerecht dagegen verwahren können.

1. Welche Rechte und Pflichten bestehen in der Erbengemeinschaft?

1.1. Nachlass ist Sondervermögen der Miterben

Gibt es mehrere Erben, wird der Nachlass zum Sondervermögen der Miterben. Der Nachlass gehört den Miterben „zur gesamten Hand“. Die Erben bilden eine Erbengemeinschaft. Es entsteht ein von Ihrem eigenen privaten Vermögen getrenntes Sondervermögen. Das Gesetz regelt die Erbengemeinschaft umfangreich in §§ 2032 ff BGB.

1.2. Miterben sind Teil der Gesamthandgemeinschaft

Als Miterbe haben Sie entsprechend Ihrer Erbteilquote einen Anteil an dem ungeteilten, der Gesamthand aller Erben zustehenden Nachlass. Das Wesen der Gesamthand besteht darin, dass Sie als Miterbe am ganzen Vermögen berechtigt sind. Gleichzeitig sind Sie in Ihrem Recht jedoch beschränkt durch das Recht der anderen Miterben.

1.3. Der einzelne Erbe hat kein Verfügungsrecht

Da in einer Erbengemeinschaft jeder Miterbe die gleichen Rechte und Pflichten hat, verwalten auch alle Erben den Nachlass gemeinschaftlich. Eigentümer des Nachlasses sind Sie nicht als einzelner Erbe, sondern immer alle Miterben der Erbengemeinschaft gemeinsam. Allen gehört alles gemeinsam. Der Nachlass geht mit dem Erbfall ungeteilt auf die Erbengemeinschaft über. Jeder Miterbe wird zum gleichberechtigten Miteigentümer. Ist Grundbesitz vorhanden, werden alle Erben „in Erbengemeinschaft“ ins Grundbuch eingetragen. Entscheidungen in der Erbengemeinschaft erfolgen grundsätzlich einstimmig, ohne dass auf die Höhe des Erbteils ankommt. Jeder Miterbe hat ein gleichberechtigtes Stimmrecht.

1.4. Wie ist das mit dem Erbschein?

Sie können beim Amtsgericht, Abteilung Nachlassgericht, einen Erbschein beantragen. Sind Sie Miterbe in einer Erbengemeinschaft, erhalten Sie nur einen gemeinschaftlichen Erbschein, in dem die Namen aller Miterben und die Auflistung ihrer Erbanteile in Quoten bezeichnet sind. Der Erbschein weist Sie als legitimen Erben aus. Er berechtigt Sie aber nicht, Rechte wahrzunehmen, die der Erbengemeinschaft insgesamt zustehen.

Praxistipp

Gehört eine Immobilie zum Nachlass, benötigen Sie zur Eigentumsumschreibung im Grundbuch einen Erbschein. Ein Erbschein erübrigt sich nur, wenn der Erblasser ein notariell beurkundetes Testament hinterlassen oder einen Erbvertrag beurkundet hat. Dann genügt es, wenn Sie die Eigentumsumschreibung unter Vorlage der Urkunde beantragen. Beantragen Sie die Eigentumsumschreibung innerhalb von zwei Jahren nach Eintritt des Erbfalls, berechnet das Grundbuchamt keine Gebühren.

1.5. Erbengemeinschaften sind auf Abwicklung ausgelegt

Die Erbengemeinschaft ist vom Gesetz her als Abwicklungsgemeinschaft angelegt. Dies bedeutet, dass die Nachlassverbindlichkeiten zu befriedigen und der Nachlass aufzulösen ist. Der Nachlass wird auseinandergesetzt und „abgewickelt“.

Praxistipp

Jeder Miterbe kann deshalb grundsätzlich jederzeit die Auseinandersetzung des Nachlasses verlangen. Auf die Erbquote kommt es dabei nicht an. Auch ein Miterbe mit einer geringen Erbquote, kann damit die Auseinandersetzung des Nachlasses einfordern und umgekehrt die Auseinandersetzung weitgehend blockieren.

Beispiel

Teil des Nachlasses ist eine Immobilie. Geht Ihr persönliches Interesse dahin, die Immobilie zu verkaufen, sind Sie auf die Zustimmung aller Miterben angewiesen. Anlass für Streitigkeiten ist meist, dass sich die Miterben nicht über den Verkaufspreis einigen können. Wenn Sie eine Immobilie verkaufen wollen oder zur Liquiditätsbeschaffung verkaufen müssen, ist es vorab wichtig, den richtigen und realistischen Verkaufspreis zu ermitteln. Denn: Setzen Sie den Verkaufspreis zu hoch an, wird die Immobilie zum Ladenhüter – verkaufen Sie zu günstig, verlieren Sie Geld.

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Praxistipp

Auch wenn Sie sich noch unsicher sind, ob Sie verkaufen wollen, erhalten Sie mit unserer Einschätzung garantiert wichtige Erkenntnisse. Keinesfalls sollten Sie vorschnelle Entscheidungen treffen. Ratsam ist, möglichst viele Informationen zusammenzutragen und damit die Werthaltigkeit und die Verkaufsfähigkeit einer Immobilie einschätzen zu können. Sie sollten sich auch überlegen, ob Sie Barmittel aus dem Nachlass oder notfalls auch eigenes Geld in die Immobilie investieren, um deren Werthaltigkeit und Verkaufbarkeit zu erhöhen und sie für Interessenten interessanter zu machen.

1.5. Wie wird der Nachlass sinnvollerweise verwaltet?

Die Erben verwalten den Nachlass bis zur Aufteilung gemeinsam. Dies ist oft leichter gesagt als getan. Auch wenn Sie grundsätzlich einstimmig entscheiden müssen, gibt es dennoch Ausnahmen.

1.5.1. Maßnahme ordnungsgemäßer Verwaltung

Handelt sich um eine Maßnahme ordnungsgemäßer Verwaltung, reicht die Mehrheitsentscheidung in der Erbengemeinschaft aus. Zumindest für die laufende Verwaltung genügt die Mehrheit nach der Erbquote, nicht nach Köpfen. Sie können einen Miterben also mehrheitlich überstimmen, wenn dieser anderer Meinung ist. In Erbengemeinschaften mit lediglich zwei gleichberechtigten Miterben droht dann natürlich oft der Stillstand, wenn jeder eine eigene Meinung hat.

Beispiel

Sie haben zusammen mit Ihrem Bruder von Ihren Eltern ein Haus geerbt. Da das Haus leer steht, sind Sie der Meinung, dass das Haus auch über Winter geheizt werden sollte. Ihr Geschwisterteil hingegen möchte Energiekosten sparen und nicht heizen. Da in kalten Wintern das Risiko besteht, dass Wasserleitungen einfrieren, stellt die Beheizung eine Maßnahme ordnungsgemäßer Verwaltung dar, die Sie notfalls mit gerichtlicher Hilfe umsetzen könnten.

1.5.2. Maßnahmen, die über eine ordnungsgemäße Verwaltung hinausgehen

Gehört eine Maßnahme nicht zur ordnungsgemäßen Verwaltung, kann die Erbengemeinschaft nur insgesamt eine Entscheidung treffen und muss einstimmig entscheiden.

Beispiel

Sie sind sich zwar einig, dass Sie das Haus verkaufen wollen, möchten aber neue Fenster einsetzen, um einen höheren Verkaufspreis ansetzen zu können. Ihre Miterben verweigern dazu ihre Zustimmung. Auch wenn die Maßnahme wirtschaftlich sinnvoll erscheint und das potentielle Käuferinteresse steigern würde, bleiben Sie auf die Zustimmung Ihrer Miterben angewiesen.

1.5.3. Maßnahmen der Notverwaltung

Lediglich in Fällen der Notverwaltung dürfen Sie als Miterbe alleine entscheiden. Sie dürfen die Entscheidung aber nur insoweit alleine treffen, als sie im Hinblick auf die Notlage unabdingbar ist. Weitergehende Maßnahmen bleiben Ihnen verwehrt.

Beispiel

Der Herbststurm deckt das Dach ab. Da Ihre Miterben nicht erreichbar sind, beauftragen Sie einen Dachdecker, das Dach zumindest so zu reparieren, dass es nicht hineinregnet. Keinesfalls dürften Sie jedoch gleich die Neueindeckung des gesamten Daches in Auftrag geben.

Praxistipp

Oft ist es schwierig, übereinstimmende Entscheidungen herbeizuführen. Grund dafür kann auch sein, dass die Miterben verstreut im Land wohnen, beruflich sehr engagiert oder mit der Verwaltung des Nachlasses schlichtweg überfordert sind. Es kann sich also empfehlen, die Verwaltung des Nachlasses einem Miterben allein zu übertragen und sich lediglich in grundlegenden Entscheidungen die Zustimmung vorzubehalten.

1.6. Erblasser kann Auseinandersetzung verbieten

Der Anspruch auf Auseinandersetzung besteht ausnahmsweise nicht, wenn die Erbengemeinschaft im gegenseitigen Einvernehmen die Auseinandersetzung ausgeschlossen hat (z.B. das geerbte Mietshaus soll in Besitz behalten und gemeinsam verwaltet werden) oder wenn der Erblasser im Testament die Auseinandersetzung für einen bestimmten Zeitraum oder bis zum Eintritt eines bestimmten Ereignisses in der Person eines Miterben (Vollendung des 25. Lebensjahres) ausgeschlossen hat. Die Verfügung tritt jedoch spätestens nach 30 Jahren außer Kraft.

Soweit jedoch alle Erben zustimmen, können Sie sich dennoch über diese Anordnung des Erblassers hinwegsetzen. Schließlich gibt es dann niemanden mehr, der Sie daran hindern könnte. Eine Ausnahme besteht wiederum dann, wenn der Erblasser testamentarisch einen Testamentsvollstrecker bestimmt und beauftragt haben sollte, seinem letzten Willen Geltung zu verschaffen.

1.7. Wenn Sie schnell Geld brauchen

Als Miterbe können Sie vorab über Ihren ideellen Anteil am Nachlass verfügen. Sie dürfen Ihren Erbteil verschenken, verkaufen oder verpfänden. Allerdings haben Sie nicht das Recht, einzelne Nachlassgegenstände aus dem Nachlass herauslösen und in eigener Verantwortung zu verwerten. Finden Sie einen Kaufinteressenten, der Ihren Erbteil übernimmt, wird der Erwerber Teil der Erbengemeinschaft. Vorab hat jeder Ihrer Miterben aber ein gesetzliches Vorkaufsrecht und könnte Ihren Erbanteil zu den Konditionen übernehmen, die Sie mit dem Erwerber vereinbart haben. Der Erwerber käme dann nicht zum Zuge. Und das Vorkaufsrecht auszuüben, genügt jede formlose Erklärung, die der interessierte Miterbe innerhalb von zwei Monaten nach der Beurkundung des Kaufvertrages übermitteln muss. Möchten Sie Ihren Anteil verkaufen, müssen Sie den Kaufvertrag mit dem Erwerber notariell beurkunden.

Praxistipp

Nur soweit alle Erben zustimmen, können Sie einen Abschlag auf den Ihren Erbteil verlangen. Ein bloßer Mehrheitsbeschluss genügt dafür nicht. Erzielt die Erbengemeinschaft Erträge aus der Vermietung von Immobilien oder Wertpapieren, gehören die Erträge zunächst in den Nachlass. Sind Sie sich alle einig, können die Erträge untereinander aufgeteilt werden.

1.8. Ausscheiden durch Abschichtung

Eine Alternative zum Verkauf des Erbteils stellt die „Abschichtung“ dar. Bei der Abschichtung scheiden Sie aus der Erbengemeinschaft gegen Zahlung einer Abfindung aus. Scheiden Sie als Miterbe aus, übertragen Sie Ihre Rechte nicht auf einen bestimmten Nachfolger, sondern verzichten gegen Zahlung einer Abfindung auf Ihre Rechte als Miterbe in der Erbengemeinschaft. In der Konsequenz wächst Ihr Erbanteil den verbleibenden Miterben kraft Gesetzes zu. Bleibt nur ein Miterbe übrig, führt diese „Anwachsung“ zum Alleineigentum am Nachlass und damit zur Beendigung der Erbengemeinschaft. Die Höhe der Abfindung ist frei vereinbar und orientiert sich natürlich am Wert Ihres Erbanteils. Eine besondere Form braucht es dafür nicht.

Praxistipp

Sie haben keinen Anspruch gegen Ihre Miterben, dass Ihnen Ihr Erbanteil ausgezahlt wird oder dass Sie aus der Erbengemeinschaft entlassen werden. Möchten Sie die Erbschaft nicht antreten, bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, die Erbschaft innerhalb der Ausschlagungsfrist von sechs Wochen auszuschlagen. Schlagen Sie die Erbschaft nicht aus, bleiben Sie Miterbe in der Erbengemeinschaft und bleiben auf die Auseinandersetzung angewiesen.

1.9. Erbteilsübertragung als Kompromiss

Eine besonders einfache Lösung ist es, wenn alle Miterben ihre Miterbenanteile auf einen Erben allein übertragen. Dann erlischt die Erbengemeinschaft. Eine Auseinandersetzung erübrigt sich.

1.8. Mit welcher Strategie sollte ich die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft betreiben?

In Erbengemeinschaften bestehen oft widerstreitende, teils sachlich, teils emotional begründete Interessen, die von unterschiedlichen Mentalitäten, schwierigen Verwandtschaftsbeziehungen und sonstigen Animositäten geprägt sind. Sie müssen sich Gedanken darüber machen, mit welcher Zielsetzung Sie die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft betreiben. Als Ziele kommen folgende Ansätze in Betracht: …

  • Sie möchten einen ganz bestimmten Nachlassgegenstand für sich selber beanspruchen (z.B. Ihr Elternhaus).
  • Sie möchten die größtmögliche Liquidität aus dem Nachlass ziehen und sind bereit, sich auch auf eine streitige Auseinandersetzung einzulassen.
  • Sie sind an schneller Liquidität interessiert und demzufolge bereit, Kompromisse einzugehen.
  • Sie haben überhaupt kein Interesse an einer Auseinandersetzung und möchten die Nachlasswerte gemeinsam verwalten.

Praxistipp

Ihre Ziele und Wünsche dürfen Sie nicht isoliert betrachten. Sie müssen auch die Interessenlagen Ihrer Miterben einbeziehen und grundsätzlich bereit sein auch Kompromisse einzugehen und Ihre Interessen zu relativieren. Wenn Sie nur Maximalforderungen stellen, dürfen Sie nicht unbedingt erwarten, dass Sie auf Wohlwollen treffen.

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1.9. Vorsicht: Es droht der Zugriff von Gläubigern!

Haben Sie Verbindlichkeiten, müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Gläubiger Ihren Miterbenanteil an der Erbengemeinschaft pfändet. Dann löst sich Ihre schöne Erbschaft in Luft auf. Sie sollten sich des Risikos bewusst sein und Vorsorge treffen.

Sie könnten den Gläubiger leer ausgehen lassen, wenn Sie nach Eintritt des Erbfalls das Erbe ausschlagen. Das Risiko besteht aber darin, dass der Gläubiger schnell handelt und bis zur Ausschlagung den Erbanteil dennoch pfänden kann. Auch wenn die Pfändung durch die Ausschlagung hinfällig wird, steht Ihnen dann immer noch der Pflichtteilsanspruch zu, der ebenfalls pfändbar wäre. Um ein solches Szenario möglichst zu vermeiden, sollten Sie umgehend nach Eintritt des Erbfalls die Ausschlagung erklären und dazu nicht unbedingt die Frist von sechs Wochen abwarten. Es gibt Gläubiger, die „hören das Gras wachsen“.

Praxistipp

Die ideale Lösung würde darin bestehen, dass Sie bereits zu Lebzeiten des Erblassers auf Ihr Erbe in notarieller Form verzichtet hätten. Dann käme die gesetzliche Erbfolge zum Zuge, nach der Sie die Erbschaft gar nicht erst antreten würden und der Ihnen nachfolgende Erbe Miterbe in der Erbengemeinschaft werden würde. Mit Eintritt des Erbfalls ist diese Option natürlich verbraucht.

2. So wird die Auseinandersetzung durchgeführt

Sie dürfen eine Erbschaft nicht allein damit verbinden, dass Sie Vermögenswerte erben. Der Erblasser könnte auch Verbindlichkeiten hinterlassen haben. So haften Sie beispielsweise für Steuerschulden des Erblassers und müssen die Beerdigungskosten aus dem Nachlass bezahlen. Als Rechtsnachfolger des Erblassers übernehmen Sie dessen Rechte und Pflichten. Was nach Berichtigung aller Nachlassverbindlichkeiten übrig bleibt, ist unter den Miterben nach dem Verhältnis ihrer Erbanteile zu verteilen.

2.1. Nachlassverbindlichkeiten bezahlen

Zunächst muss die Erbengemeinschaft aus dem Nachlass alle Nachlassverbindlichkeiten berichtigen. Dazu müssen Sie den Nachlass, soweit erforderlich, in Geld umsetzen, einzelne Nachlassgegenstände also verkaufen. Der verbleibende Restnachlass ist sodann unter den Miterben nach dem Verhältnis ihrer Erbquoten aufzuteilen.

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2.2. Unteilbare Gegenstände müssen verkauft werden

Geld ist teilbar lässt sich leicht aufteilen. Für Gegenstände, die sich nicht aufteilen lassen, müssen Sie praktikable Lösungen finden.

Beispiele

Ein Einfamilienhaus ist unteilbar und lässt sich nur insgesamt verwerten. Soweit nicht ein Miterbe das Haus zu Alleineigentum übernimmt und das Haus auch nicht vermietet werden soll, muss es verkauft werden. Lässt sich das Haus in wenigstens zwei abgeschlossene Wohneinheiten aufteilen, könnten Sie alternativ Wohnungseigentum begründen und jede Einheit einem Miterben zu teilen.

Praxistipp

Möchten Sie eine Immobilie einem Miterben übertragen, müssen Sie die Übertragung notariell beurkunden. Bei anderen Vermögenswerten genügt Ihre formlose Einigung und die Besitzübergabe.

2.3. Zuteilung ideeller Werte

Persönliche und familiäre Schriftstücke sowie familiäre Erinnerungsstücke von ideellem Wert bleiben Gemeinschaftseigentum aller Erben, bis sich diese über die Zuteilung an einen Miterben geeinigt haben. Insoweit besteht kein Anspruch auf Auseinandersetzung (§ 2047 II BGB). Derjenige Miterbe, der solche ideelle Werte in Besitz hält, ist natürlich im Vorteil, während andere Miterben darauf angewiesen sind, dass sie an Nutzung und Einsichtnahme beteiligt werden.

2.4. Teilungsklage als Ultima Ratio

Können Sie sich in der Erbengemeinschaft über die Auseinandersetzung des Nachlasses nicht verständigen, kann jeder Miterbe seinen Anspruch auf Auseinandersetzung durch eine „Teilungsklage“ durchsetzen (§ 2042 BGB). Dazu muss der Miterbe einen Teilungsplan vorlegen und seine Miterben auf Zustimmung zu dieser Teilung verklagen. Unteilbare Nachlassgegenstände müssen notfalls in Geld umgesetzt und der Erlös geteilt werden.

Praxistipp

Wegen der meist hohen Streitwerte und der Schwierigkeiten bei der Bewertung und Verteilung der Nachlassgegenstände ist regelmäßig davon abzuraten, es auf eine Teilungsklage ankommen zu lassen. Teilungsklagen ziehen oft ein besonders teures kompliziertes und langjähriges Verfahren nach sich.

2.5. Immobilien werden teilungsversteigert

Gehört zum Nachlass eine Immobilie, kann jeder Miterbe die sogenannte Teilungsversteigerung beantragen. Der Antragsteller übernimmt die Rolle des betreibenden Gläubigers. Der Antrag kann auch von allen Miterben gestellt werden. Voraussetzung ist die Eintragung der Erbengemeinschaft im Grundbuch. Zweck der Versteigerung ist die Umwandlung des Immobilieneigentums in teilbares Geld. Aus dem Erlös sind alle Miterben zu befriedigen.

Praxistipp

Teilungsversteigerungen von Immobilien gehen erfahrungsgemäß mit teils hohen Wertverlust einher. Grund dafür ist, dass die Verkehrswerte auf verhältnismäßig niedrig angesetzt werden, um das potentielle Interesse von Interessenten zu steigern und eine Immobilie möglichst schnell verwerten zu können. Zudem liegt es in der Natur der Sache, dass Interessenten darauf spekulieren, die Immobilie im Versteigerungstermin günstig erwerben zu können und der Zuschlag letztlich für ein Gebot erteilt wird, das dem wirklichen Verkehrswert der Immobilie kaum gerecht wird. Auch dürfte ein freihändiger Verkauf der Immobilie kaum mehr zu bewerkstelligen sein, soweit die Immobilie im Versteigerungsverfahren verwertet werden soll. Um das Risiko einer nicht verkehrswertgerechten Versteigerung zu vermeiden, ist ein freihändiger Verkauf der Immobilie regelmäßig vorteilhafter.

2.6. Alles, was Sie als Kind vorausempfangen haben, ist auszugleichen

Soweit Sie von Ihren Eltern bereits zu deren Lebzeiten etwas vorausempfangen hat, sind solche Zuwendungen in die Berechnung des Auseinandersetzungsguthabens einzubeziehen. Der Zweck ist klar: Das Gesetz will die Abkömmlinge des Erblassers in der gesetzlichen Erbfolge gleichbehandeln. Keiner soll bevorteilt oder benachteiligt werden.

Beispiel

Ihr Vater hat Ihnen anlässlich Ihrer Heirat sein Haus übertragen. Der Wert des Hauses ist bei der späteren Erbauseinandersetzung mit Ihren Geschwistern zu berücksichtigen. Die Zuwendung erhöht rechnerisch den Nachlass und ist von Ihrer Erbquote abzuziehen.

Praxistipp

Haben Sie den verstorbenen Elternteil „ehrenamtlich“ gepflegt, können Sie von Ihren Geschwistern einen Ausgleich verlangen, der Ihren Erbteil erhöht (§ 2057a BGB). Ihre Pflegeleistungen und Ihre besondere Mitarbeit im Haushalt oder im Unternehmen des Erblassers werden damit nachträglich ausgeglichen.

3. Minderjährige Erben in der Erbengemeinschaft

Verstirbt Ihr Ehepartner und wird Ihr minderjähriges Kind Miterbe in der Erbengemeinschaft, steht Ihnen als dem überlebenden Elternteil zwar das Sorgerecht zu, Sie können aber nicht uneingeschränkt für das Kind handeln. Es drohen Interessenkonflikte. So benötigen Sie beispielsweise für die Veräußerung eines zum Nachlass gehörenden Grundstücks zur Wirksamkeit des Rechtsgeschäfts die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts.

Praxistipp

Auch wenn Sie für das Kind die Erbschaft ausschlagen möchten, benötigen Sie die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts.

4. Wie informiere ich mich über den Wert des Nachlasses?

Grundlage jeglicher Auseinandersetzung ist, dass Sie die einzelnen Vermögenswerte und die Verbindlichkeiten kennen und damit insgesamt den Wert des Nachlasses beurteilen können. Lebten Sie mit dem Erblasser in häuslicher Gemeinschaft, sind Sie im Vorteil gegenüber anderen Miterben, die keinen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse des Erblassers hatten. Allerdings haben Miterben untereinander keinen direkten Auskunftsanspruch. Jeder Miterbe muss sich die notwendigen Informationen selber beschaffen.

Hat jedoch ein Miterbe bessere oder gar alleinige Kenntnis über den Bestand des Nachlasses und können Sie diese Kenntnisse nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand erlangen, bejaht die Rechtsprechung ausnahmsweise eine Auskunftspflicht. Voraussetzung ist, dass …

  • Sie entschuldbar über Umfang oder Bestehen eines Anspruchs im Ungewissen sind,
  • Sie nur mit unzumutbarem Aufwand entsprechende Informationen beschaffen könnten und
  • Ihr Miterbe zur Informationsbeschaffung ohne unbillige Belastung in der Lage ist.

Ausnahmen bestehen ferner, als der Erblasser einen Miterben bevollmächtigt hatte, für ihn in wirtschaftlichen Tätigkeiten zu handeln und insbesondere eine Vorsorgevollmacht erteilt hatte. Waren Sie insoweit bevollmächtigt, sind Sie verpflichtet, über Ihre Aktivitäten Rechenschaft abzulegen und haften unter Umständen, wenn Sie die zweckmäßige Verwendung von Vermögenswerten nicht belegen können. Eine Auskunftspflicht obliegt auch dem Erbschaftsbesitzer, der als vermeintlicher Erbe Vermögenswerte in Besitz hat oder wenn Sie zu Lebzeiten des Erblassers Zuwendungen erhalten haben und als Abkömmling der Ausgleichspflicht unterliegen.

Fazit

Erbengemeinschaften sind oft komplexe Gebilde. Sie entstehen zwangsläufig und lassen Ihnen nicht die Option, ihre Entstehung zu gestalten. Bevor Sie handeln, sollten Sie Ihre rechtliche und faktische Position definieren. Nur auf einer verlässlichen Grundlage können Sie sachgerechte Entscheidungen treffen.

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2018-12-11T18:43:18+00:00