Es ist einfach, aber trotzdem fehleranfällig. Gestalten Sie Ihr Testament, sollten Sie wissen, welche formalen Voraussetzungen Sie berücksichtigen müssen und wie Sie Ihre Worte so formulieren, dass sich Ihr letzter Willen wirklich in die Tat umsetzen lässt.

Was bedeutet, ich muss mein Testament handschriftlich verfassen?

„Handschriftlich“ beinhaltet mehr, als Sie vermuten. Es bedeutet, dass Sie den gesamten Text Ihres Testamentes von Anfang bis Ende mit eigener Hand eigenhändig schriftlich zu Papier bringen müssen. Sie dürfen den Text nicht einer anderen Person in die Feder diktieren. Sie dürfen keinen Computer oder Ihre Schreibmaschine benutzen. Da die Eigenhändigkeit den Identitätsnachweis (Schriftprobe) sicherstellen soll, ist auch ein Schreiben mit dem Mund, Fuß oder einer Prothese zulässig. Wichtig ist, dass Sie das Testament mit Ort und Datum versehen. Das Datum ist wichtig, falls Sie bereits früher ein Testament verfasst haben oder später vielleicht noch ein neues Testament verfassen wollen. Es zählt jeweils dasjenige Testament, das das jüngste Datum aufweist. Natürlich müssen Sie den Text mit Ihrem Vor- und Familiennamen unterschreiben.

Nehmen Sie die Form Ihres Testaments ernst

Verfassen Sie Ihr Testament auf einer ordentlichen Schreibunterlage. Zettel, Bierdeckel oder Butterbrotpapier begründen ernsthafte Zweifel, ob es sich bei derartigen Texten wirklich um den letzten Willen handelt.

Sie dürfen Ihr Testament schreiben, auch wenn Sie unter Betreuung stehen

Stehen Sie unter Betreuung, können Sie trotzdem Ihr Testament schreiben, ohne dass Sie Ihren Betreuer um Erlaubnis oder seine Zustimmung fragen müssen. Allenfalls dann, wenn Sie psychisch nicht in der Lage sind, die Bedeutung Ihrer Erklärung einzusehen und danach zu handeln, sind Sie testierunfähig und können kein Testament errichten. Um zu vermeiden, dass potentielle Erben Ihre Testierfähigkeit anzweifeln, sollten Sie das Testament von einem neutralen Zeugen gegenzeichnen oder notariell beurkunden lassen.

Muss ich mein Testament notariell beurkunden lassen?

Sie brauchen Ihr handschriftlich verfasstes Testament nicht von einem Notar beurkunden zu lassen. Es ist in dem Augenblick wirksam verfasst, in dem Sie es unterschreiben. Ungeachtet dessen können Sie Ihr handschriftlich verfasstes Testament natürlich auch bei einem Notar hinterlegen oder den Notar beauftragen, den Text nach Ihren Wünschen zu verfassen und zu beurkunden. Ein notarielles Testament ist eine Option, wenn Sie sich körperlich oder psychisch außerstande sehen, den Text eigenhändig zu Papier zu bringen. Auf Ihren Wunsch besucht Sie der Notar auch zu Hause oder im Krankenhaus.

Sagen Sie unmissverständlich, dass Sie ein Testament verfassen

Um jegliche Unklarheit auszuschließen, sollten Sie Ihren Text als Testament kennzeichnen, indem Sie ihn mit „Mein letzter Wille“ oder „Testament“ betitelt. Nur so stellen Sie sicher, dass der Text nicht nur als Gedankenskizze, sondern als Testament erkannt und respektiert wird.

Widerrufen Sie ein früheres Testament

Sie können jederzeit ein Testament verfassen und ein bereits früher verfasstes Testament problemlos widerrufen. Es zählt jeweils das Testament mit dem jüngsten Datum. Um zu vermeiden, dass sich Ihre Erben nach Ihrem Tod auf mehrere Testamente berufen, sollten Sie ein früher verfasstes Testament in dem neuen Testament unbedingt ausdrücklich widerrufen. Verzichten Sie darauf, den Text des früheren Testaments irgendwie abzuändern oder zu korrigieren. Vernichten Sie das frühere Testament und schreiben Sie jedes Testament neu. Nur so vermeiden Sie, dass sich Ihre Erben über den Inhalt Ihres Testaments streiten und jeder den Text in seinem Sinne interpretiert.

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Erklären Sie eindeutig, wer Sie beerben soll

Wenn Sie ein Testament verfassen, ändern Sie die gesetzliche Erbfolge. Sie bringen Ihren Wunsch zum Ausdruck, dass eine oder mehrere bestimmte Personen Ihr Erbe sein sollen. Vermeiden Sie Anordnungen wie: „Mein Sohn Hans bekommt mein Haus, meine Tochter Ingrid erhält das Auto“. Bei dieser Formulierung ist nicht klar, wer Ihr Erbe wird. Die Formulierung könnte auch als Vermächtnis zu verstehen sein. Ihr Erbe erbt nämlich nicht nur einzelne Vermögenswerte, sondern den gesamten Nachlass. Besser ist, Sie formulieren beispielsweise so: „Hans und Ingrid erben gleichermaßen, Hans bekommt jedoch das Haus, Ingrid das Auto“. Stellen Sie klar, dass eventuelle Wertdifferenzen unter den Erben auszugleichen sind. Möchten Sie, dass Ihr Sohn alleiniger Erbe wird, formulieren Sie: „Hans wird mein alleiniger Erbe“. Bedenken Sie, dass andere gesetzliche Erben damit Anspruch auf den Pflichtteil haben. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Denken Sie nicht, Ihr Ehepartner erbt sowieso alles

Ihr Ehepartner ist zwar Ihr gesetzlicher Erbe. Er erbt, falls Sie im Güterstand der Zugewinngemeinschaft verheiratet sind, neben Verwandten erster Ordnung (meist die Kinder) nur die Hälfte des Nachlasses. Die andere Hälfte geht an Ihre Kinder. Möchten Sie, dass Ihr Ehepartner alleine erbt, sollten Sie ihn als alleinigen Erben bestimmen oder ein Berliner Testament verfassen. Darin setzen Sie sich gegenseitig zum alleinigen Erben und beispielsweise Ihre Kinder als Schlusserben ein.

Vermeiden Sie unklare Anordnungen

In Testamenten findet sich oft die Anordnung: „Wer sich bis zu meinem Tod um mich kümmert, soll mein Erbe sein“. Solche Bestimmungen sind viel zu unbestimmt, als dass sie wirksam wären. Das Gesetz verbietet es, dass Sie die Bestimmung Ihres Erben einer anderen Person überlassen. Auch bleibt bei dieser Formulierung unklar, was mit „kümmern“ gemeint ist. Es kommen die körperliche Pflege, Hilfe bei der Hausarbeit, seelische Unterstützung, die Erledigung finanzieller Angelegenheiten oder allgemein die Fürsorge und Zuwendung in Betracht.

Setzen Sie als Erben nicht Ihren Hund ein

Tiere können nicht erben. Tiere sind nicht rechtsfähig und damit nicht erbfähig. Möchten Sie Ihr Tier gut versorgt wissen, können Sie in Ihrem Testament einem Erben zur Auflage machen, das Tier bei sich aufzunehmen und zu pflegen. Sie können auch den Tierschutzverein oder einer Person Ihres Vertrauens mit einem Vermächtnis einen Vermögenswert zukommen lassen und damit zur Pflege des Tieres verpflichten.

Wie formuliere ich ein Ehegattentestament?

Sind Sie verheiratet, können Sie mit Ihrem Ehepartner ein Ehegattentestament verfassen, in dem Sie sich wechselseitig zum alleinigen Erben des anderen einsetzen und zugleich über die Erbeinsetzung hinaus einen Dritten als Schlusserben bestimmen (z.B. Ihr Kind). Sie verfassen dann ein sogenanntes Berliner Testament. Dazu genügt es, wenn Sie den Text zu Papier bringen und beide Partner unterzeichnen. Sie dürfen den Text zu Ihren Lebzeiten jederzeit, allerdings nur im Einvernehmen mit Ihrem Partner ändern. Ansonsten können Sie das Testament einseitig widerrufen, müssen den Widerruf aber notariell beurkunden. Verstirbt ein Partner, bleibt das Testament verpflichtend und ist nicht mehr abzuändern.

Was sollte ich beim Berliner Testament berücksichtigen?

Beim Berliner Testament sollten Sie berücksichtigen, dass hohe Vermögenswerte, die die steuerlichen Freibeträge übersteigen, auf dem Weg zur nächsten Generation zweimal der Erbschaftssteuer unterworfen werden. Sie verhindern nämlich, dass die Steuerfreibeträge Ihrer Kinder nach dem Tod des erstversterbenden Elternteils ungenutzt bleiben.

Verbinden Sie mehrere Blätter Ihres Testaments zu einer Einheit

Schreiben Sie den Text Ihres Testaments über mehrere Seiten, empfiehlt sich, alle Seiten einzeln mit Ort und Datum zu versehen und mit Vor- und Familiennamen zu unterschreiben. Sämtliche Seiten sollten zusammengeheftet werden und als Einheit erkennbar sein.

Wie gewährleiste ich, dass mein Testament nach meinem Tod aufgefunden wird?

Ihren letzten Willen können Sie nur verwirklichen, wenn Ihr Testament nach Ihrem Tod tatsächlich auch aufgefunden wird. Nicht jedes zuhause verwahrte Testament erfüllt seinen Zweck. Testamente werden gerne verfälscht oder beseitigt. Um derartige Probleme von vornherein zu vermeiden, sollten Sie Ihr Testament beim Nachlassgericht (Abteilung Ihres örtlichen Amtsgerichts) hinterlegen. Sie zahlen eine pauschale Hinterlegungsgebühr von 75 €. Das Nachlassgericht lässt Ihr im Original bei Gericht hinterlegtes Testament zusätzlich beim Zentralen Testamentsregister in Berlin registrieren. Das Register erfährt über das Standesamt von Ihrem Ableben und informiert das Nachlassgericht. Dort wird Ihr hinterlegtes Testament dann eröffnet und Ihren Erben offenbart. Die Registrierung beim Testamentsregister kostet einmalig 15 €. Nur so können Sie sichergehen, dass Ihr Testament aufgefunden und umgesetzt wird.

Wie berücksichtige ich eine Person, die nicht Erbe sein soll?

Sie können auch andere Personen, die Sie nicht direkt beerben sollen, an Ihrem Nachlass teilhaben lassen. Zu diesem Zweck bauen Sie in Ihrem Testament ein Vermächtnis ein. Damit „vermachen“ Sie einer bestimmten Person einen Vermögenswert. Bringen Sie klar zum Ausdruck, dass es sich um ein Vermächtnis handelt. Dann sind Ihre Erben verpflichtet, den Vermögenswert an den Vermächtnisnehmer herauszugeben. Der Vermächtnisnehmer wird nicht Teil der Erbengemeinschaft.

Welche Vorteile bietet die Testamentsvollstreckung?

Sie können Ihr Testament so optimal formulieren, wie Sie wollen. Es ist nichts wert, wenn sich Ihr letzter Wille nach Ihrem Tod nicht in die Tat umsetzen lässt. Vor allem bei komplexen Vermögensverhältnissen und Erbengemeinschaften bietet sich die Testamentsvollstreckung an. Dazu können Sie in Ihrem Testament jede Person, der Sie die Aufgabe zutrauen und der Sie persönlich vertrauen, zu Ihrem Testamentsvollstrecker bestimmen. Da Sie niemanden verpflichten können, als Testamentsvollstrecker für Sie tätig zu werden, sollten Sie vorher unbedingt absprechen, ob diese Person bereit ist, das Amt zu übernehmen. Als Gegenleistung kann der Testamentsvollstrecker in Abhängigkeit vom Aufwand der Testamentsvollstreckung und seiner Verantwortung für die Umsetzung Ihres letzten Willens einen Pauschalbetrag oder einen bestimmten, frei zu vereinbarenden Prozentsatz des Nachlasswertes als angemessene Vergütung beanspruchen.

Was sollte ich wissen, wenn ich im Ausland lebe?

Besitzen Sie Vermögenswerte im Ausland, sollten Sie eine Rechtsanwaltsklausel in Ihr Testament aufnehmen. Hinterlassen Sie beispielsweise Ihr Ferienhaus in Frankreich, wird die Immobilie nach französischem Recht vererbt, während für Ihren Nachlass in Deutschland deutsches Erbrecht maßgeblich ist. Es kommt zum Schreckgespenst der „Nachlassspaltung“. Oder leben Sie als Deutscher dauerhaft in Frankreich, vererben Sie Ihre Immobilie in Deutschland nach französischem Recht. Daraus ergeben sich für die Nachlassabwicklung erhebliche Probleme. Sie vermeiden diese Problematik, indem Sie in Ihrem Testament schlicht verfügen, dass Ihr gesamter Nachlass nach deutschem Erbrecht abgewickelt werden soll.

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