Die 10 größten Irrtümer über die Patientenverfügung

Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, was eigentlich passiert, wenn sie durch Krankheit oder einen Unfall nicht mehr in der Lage sein sollten, ihren Willen frei zu äußern.

Wer entscheidet dann an meiner Stelle? Vor allem, bin ich der Willkür der Ärzte und ihrer Apparatemedizin ausgeliefert?

Die Antwort ist klar: Sie haben das Problem als solches richtig erkannt!

Eine Lösung besteht letztlich nur darin, dass Sie frühzeitig eine Patientenverfügung verfassen.

Vorab zur Klarstellung: Mit einer Patientenverfügung bestimmen Sie, welche medizinischen Maßnahmen an Ihnen vorgenommen werden dürfen oder welche zu unterbleiben haben, falls Sie selbst aus physischen oder psychischen Gründen Ihren Willen nicht mehr äußern und keine Entscheidungen mehr treffen können.

Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigen Sie als Vollmachtgeber eine Ihnen vertraute Person, an Ihrer Stelle in persönlichen Angelegenheiten (finanzieller Art, die Wohnung betreffend, Vertretung vor Behörden, Geltung über den Tod hinaus) Entscheidungen zu treffen, falls Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sein sollten.

1. Irrtum: Vorsorgevollmacht deckt Gesundheitssorge ab

 Adressat der Patientenverfügung ist der Arzt, der Sie behandelt. Im Unterschied dazu regelt eine Vorsorgevollmacht, welche Person im Fall einer Situation, in der Sie Ihren Willen nicht mehr äußern können, über Ihren Gesundheitszustand entscheiden soll. Ihr Bevollmächtigter wird dann anhand Ihres mutmaßlichen Willens mit den Ärzten beraten, was zu tun ist. Das gleiche gilt auch für einen Betreuer, der aber vom Betreuungsgericht eingesetzt werden muss.

Allein aufgrund der Vorsorgevollmacht Sind Ihre Wünsche aber nicht nachvollziehbar. Diese müssen Sie gesondert in einer Patientenverfügung  bestimmen.

2. Irrtum: Patientenverfügung ist nur für ältere Menschen relevant

Sie können eine Patientenverfügung in jeder Lebensphase errichten. Auch für jüngere Menschen ist sie empfehlenswert. Jeder von uns muss damit rechnen, unerwartet krank zu werden oder zu verunfallten. Können Sie sich selbst dann nicht mehr äußern, ist eine Patientenverfügung hilfreich.

Dabei kann der Inhalt einer Patientenverfügung je nach Ihrer Lebenssituation unterschiedlich sein. Sind Sie jung, können Sie regeln, dass im Fall eines Unfalls alles versucht werden soll, was der Medizin möglich ist. Als alter oder kranker Mensch werden Sie vielleicht eher bestimmen, dass Sie in einem bestimmten Krankheitsstadium keine Hilfe mehr wünschen.

3. Irrtum: Meine Angehörigen entscheiden für mich

Ihr Ehepartner und Ihre Kinder sind nicht Ihre gesetzlichen Vertreter. Zwar werden im täglichen Leben gegenseitig Entscheidungen in Vertretung des anderen getroffen. Sie sind allerdings unwirksam, solange sie nicht von der vertretenen Person genehmigt werden. Im Krankheitsfall kommt es also ausschließlich auf Ihre Entscheidung und Ihren Willen an.

Ihre Angehörigen können nur für Sie entscheiden, wenn Sie eine rechtsgeschäftliche Vollmacht für den Einzelfall oder eine Vorsorgevollmacht bestellt haben oder vom Vormundschaftsgericht als Betreuer bestellt wurden.

4. Irrtum: Patientenverfügung muss notariell erstellt werden

Sie können Ihre Patientenverfügung privatschriftlich anhand eines Mustertextes erstellen. Eine notarielle Beglaubigung oder Beurkundung ist nicht erforderlich. In Zweifelsfällen, sofern an Ihrer Geschäftsfähigkeit Zweifel bestehen könnten, kann sie sich aber als hilfreich erweisen. Notare müssen nämlich Ihre Geschäftsfähigkeit überprüfen. Mit der Beglaubigung wird dann Ihr Wille als verbindlich festgestellt.

Sinnvoll ist es allerdings, dass Sie Ihre Verfügung zumindest nach ärztlicher Beratung oder gemeinsam mit Ihrem Hausarzt erstellen. Ein Arzt kann Ihnen medizinische Begriffe und bestimmte Behandlungsituationen erklären.

Sie brauchen Ihre Patientenverfügung auch nicht handschriftlich zu verfassen. Nur ein Testament muss handschriftlich verfasst werden. Für die Patientenverfügung können Sie einen vorgedruckten Mustertext verwenden. Diesen Mustertext brauchen Sie lediglich in den vorgegebenen Alternativen  durch Ankreuzen zu konkretisieren und persönlich mit Ort und Datum zu unterschreiben. Dies genügt. Im Idealfall unterzeichnet zugleich ein Zeuge, am besten Ihr Hausarzt.

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5. Irrtum: Der Arzt entscheidet nach eigenem Ermessen

Ihre Patientenverfügung ist für jeden Arzt verpflichtend. Missachtet der behandelnde Arzt Ihre Vorgabe, behandelt er Sie ohne Ihre Einwilligung und kann sich wegen Körperverletzung strafbar machen.

Ist Ihre Patientenverfügung ungenau, hat der Arzt unter Umständen das Problem, ob Sie die eingetretene Situation mit Ihrer Verfügung tatsächlich erfasst haben. Deshalb ist es wichtig, einen ordentlichen Mustertext zu verwenden und diesen inhaltlich  im Detail auszufüllen. Ferner erreichen Sie mit einer zusätzlichen Vorsorgevollmacht, dass eine von Ihnen bevollmächtigte Vertrauensperson Ihre Wünsche notfalls umsetzt.

6. Irrtum: Angehörige entscheiden für mich trotz Patientenverfügung

Ihre Patientenverfügung gilt nicht nur für den Arzt, sondern auch für Ihre Angehörigen. Stellt der Arzt fest, dass der vorliegende Krankheitszustand von Ihrer Patientenverfügung erfasst jetzt, kommt es nicht darauf an, was Ihre Angehörige sagen.

Sie können diese Verfügung auch nicht anfechten oder für unwirksam erklären lassen. Sie ist und bleibt bindend. Insbesondere ist sie auch für Pflegekräfte, die aus religiösen Gründen Ihren Patientenwillen nicht respektieren wollen, verpflichtend.

 7. Irrtum: Ich bin den Ärzten ausgeliefert

Ihre Patientenverfügung wird erst relevant, wenn Sie Ihren Willen tatsächlich nicht mehr äußern können. Solange Sie sich bemerkbar machen können, bleiben Sie in ihrer Entscheidung frei. Wünschen Sie behandelt zu werden, kommt es auf den Inhalt Ihrer Patientenverfügung nicht an. Insbesondere können Sie Ihre Patientenverfügung jederzeit ändern und Ihren vielleicht veränderten Vorstellungen anpassen. In diesem Sinn ist es sinnvoll, wenn Sie Ihre Patientenverfügung regelmäßig aktualisieren.

8. Irrtum: Patientenverfügung lässt sich nicht durchsetzen

Um ihrer Patientenverfügung zur Wirksamkeit zu verhelfen, sollten Sie zusätzlich eine Vorsorgevollmacht erstellen. Darin bevollmächtigen Sie eine Person Ihres Vertrauens, in Ihren gesundheitlichen Angelegenheiten gegenüber Arzt und Pflegepersonal Ihre Wünsche gemäß Ihrer Patientenverfügung umzusetzen und gegebenenfalls gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Besteht keine Vorsorgevollmacht, muss im Fall des Falles durch das Vormundschaftsgericht ein Betreuer für Sie bestellt werden, der auf der Grundlage Ihrer Patientenverfügung mit entscheidet. Dieser Vorgang kann zeitraubend sein. Besser ist, wenn Sie in der Vorsorgevollmacht eine Person Ihres Vertrauens bevollmächtigen. Dies kann auch Ihr Lebenspartner sein.

9. Irrtum: Der Arzt leistet aktive Sterbehilfe

Sie brauchen nicht zu befürchten, dass der Arzt aktive Sterbehilfe leistet. Aktive Sterbehilfe ist und bleibt verboten. Lediglich die passive Sterbehilfe ist erlaubt. Damit wird das Unterlassen lebenserhaltender Maßnahmen bezeichnet.

Passive Sterbehilfe bedeutet aber nicht die völlige Einstellung ärztlicher Behandlung. Nicht mehr die Heilung der Erkrankung hat Vorrang, sondern leidenslindernde Maßnahmen, die Ihr Dasein in der letzten Lebensphase erleichtern und den Sterbeprozess nicht künstlich verlängern.

10. Irrtum: Ich leide während der Sterbensphase

Während der Sterbensphase brauchen Sie nicht zu leiden. Sofern lebenserhaltenden Maßnahmen unterbleiben, erhalten Sie wunschgemäß selbst verständlich eine Schmerzbehandlung, können künstlich ernährt werden oder zur Linderung des Durstgefühls eine künstliche Flüssigkeitszufuhr bestimmen. Ebenso entscheiden Sie über eine künstliche Beatmung oder Wiederbelebungsversuche.

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2018-09-22T18:29:32+00:00